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SPD im Aufwind? Warum Martin Schulz so positiv wirkt! — 2 Kommentare

  1. Hübsches Interview.

    Doch was genau erwartet Frau Hagen von „ihrer“ SPD?

    Das was sie an greifbaren Vorschlägen geäußert hat, sind Themen die jeder Einzelne für sich umsetzen kann und sollte. Die Politik sollte sich tunlichst aus diesen Themen heraushalten, hat sie doch schon genug Schaden in diesen Segmenten angerichtet.

    Frau Hagen will anscheinend das die SPD genau diese Themen aufgreift.
    Ist sie damit eine mehr in dem politischen Dunstkreis, welche Ideologien in Gesetze gegossen sehen will? So verstehe ich das zumindest.

    Der Heißluftballon Martin Schulz gibt der SPD sicherlich Auftrieb, zumindest so lange heiße Luft von unten nachgeführt wird.

    Aber genau das ist es: Heiße Luft, geboren aus sozialistischer Dekadenz.

    • Erschreckend, wie herablassend und oberflächlich Herr Schürmann auf das Interview reagiert. Frau Hagen wird gefragt, warum sie sich engagiert, sie beantwortet dies mit der – zutreffenden – Beobachtung, es sei mit Schulz wieder Bewegung in das politische System gelangt. Sie äussert sich auch dazu, dass Bürger Eigenverantwortung wahrnehmen müssen und nicht alles „der Politik“ überlassen dürfen. Dann gibt sie einige Beispiele für das, was jeder Bürger auch in Städten tun kann, um ökologische Lebensräume zu erhalten und zurückzugewinnen. Darüber mag man ja noch geteilter Meinung sein. Doch wie dann in einem Halbsatz Herr Schürmann dazu kommt, von Frau Hagen auf Herrn Schulz zu schliessen, nur um ihm die Qualität von „heißer Luft“ zu unterstellen und „sozialistische Dekadenz“ zu beklagen, ist bemerkenswert.

      Könnte es sein, dass die Dekadenz viel mehr in der unterirdischen Debattenkultur liegt, die sich auch in solchen Kommentaren niederschlägt? Unsere Gesellschaft verfällt (Dekadenz ist Verfall) zusehends in „die“ und „wir“ Lager. Nicht nur in den USA oder bei Erdogan, sondern auch hier. Merken Sie das nicht, Herr Schürmann?

      Wieso ist es „ideologisch“, wenn die ökologische Zerstörung beklagt und Umkehr eingefordert werden? Wieso soll sich der Staat da raushalten? Die Logik der Subsidiarität legt nahe, dass sich „der Staat“ viel eher darum kümmern sollte als „das Individuum“. Eben weil die Lebensgrundlagen alle Menschen angehen, nicht nur jene, die sie zerstören. Appelle an die Vernunft des Einzelnen scheinen da seit Jahren nicht zu fruchten. Ebensowenig übrigens wie die Beteuerungen, die freie und ungeregelte Marktwirtschaft („Freihandel“) würde die Ungerechtigkeit auf der Welt beseitigen. Ohne Regeln ist das Gegenteil der Fall! Das Individuum – die Sucht, den eigenen Vorteil zu suchen auch als Gesellschaft oder Staatenbund (EU) – sorgt über das Gesetz des längeren ökonomischen Hebels leider sehr schnell für eine gegenteilige Wirkung: unser Wohlstand, den wir mit Handelspolitik mehren, sorgt dafür, dass erstens viele Lebensgrundlagen in anderen Ländern zerstört werden können (etwa durch subventionierte Agrar-Exporte) und zweitens sich Menschen in ärmeren Regionen auf den Weg machen, um von unserem Kuchen etwas für sich zu holen. Märkte, so kann mal also argumentieren, müssen reguliert werden. Nicht zu viel, aber eben auch nicht zu wenig. De-Regulierung nach der Art von Wirtschaftsliberalen ist ein ideologisch begründetes Denkmuster, mindestens ebenso sehr wie jenes, was Sie auf „sozialistischer“ Seite beklagen.

      Fortschritt äussert sich darin, dass wir heute klüger sind als wir gestern waren (sonst wäre es ein Rückschritt). Niemand will Staatsozialismus a la Honecker. Aber dass die Leute den Wall-Street-Kapitalismus satt haben, der Risiken sozialisiert (auch ökologische, wenn sie an die Asse oder die Dakota Pipline denken) und den Gewinn auf immer weniger Profiteure verteilt, ist doch nicht ideologisch? Es ist eine Frage nach dem Selbstverständnis dieser Gesellschaft.

      Es ist beruhigend und richtig, wenn sich Menschen mit differenziertem Blick – wie Frau Hagen – in der Politik engagieren. Deutschland ist stärker noch als andere Länder korporatistisch organisiert. Politik ohne Parteien ist hier (noch) schwer vorstellbar.
      Deswegen kann man der SPD doch nur gratulieren zu diesem Neumitglied. Alle anderen Parteien sollten sich fragen, was sie versäumt haben, Menschen wie Frau Hagen anzusprechen. Das Führen aufrichtiger und differenzierter Debatten (auch in den Medien) gehört dazu!

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