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ohoo-Stammtisch, heute: Ist Hermann Gröhe ein „Depp“? — 3 Kommentare

  1. Ich stelle mir oft die Frage: Was erwarte ich von der Politik im Allgemeinen und von Politikern im Besonderen. Die Frage ist für mich auf der einen Seite leicht zu beantworten, auf der anderen Seite steht und fällt alles mit der Hardware.

    Die einfache Antwort ist: Ich erwarte von der Politik und den Politikern ein pragmatisches ideologiefreies Regieren unter der Maßgabe der Wirtschaftlichkeit. Das ist aber gleichzeitig das große Problem. Pragmatiker mit Sachverstand sind selten. Meist findet man sie eben nicht in den vordersten Reihen. Die sind gefüllt mit Narzissten, Populisten und „Kompetenzsimulanten“, alle bestrebt das Beste für sich herauszuholen.

    Nie war das Gejammer um verlorene Pfründe so laut und so offen zu vernehmen, wie in diesem Bundeswahlkampf. Es ging nie um die wirklich wichtigen Themen. Es ging um den Aufbau eines „Feindbildes AfD“. Eigene Fehler einzugestehen oder eigene Visionen zu propagieren hätte mal wieder gut getan. Aber nein, Tenor war: Wir haben alles gut gemacht, Fehler machen nur die Anderen.Gedacht wurde: überstehen wir den Wahlkampf und danach machen wir so weiter.

    Was kam rüber? Forderungen, die nicht erfüllbar sind, technisch nicht umsetzbar oder gar weltfremd ideologisierend aus dem Wolkenkuckucksheim ohne Chance auf vorgenannte Kriterien in den Raum gestellt werden. Das übrigens können alle Parteien ganz gut. Einfach nur traurig.

    Was ich nicht will, und genau das hat über die Jahre immer größeren Anteil eingenommen, Politik um der Politik Willen, Weltherrschaftsphantasien, Kontroll- und Regelungswut.

    Die Evolution ist in dem Bereich schon lange ausgehebelt. Darwins „Life for the fittest“ sollte Personalentscheidungen beeinflussen. Aber das Gegenteil ist der Fall Immer Größer ist der Anteil Derer, die sich dazu berufen sehen, ohne Sachkenntnis und Lebenserfahrung, dafür aber mit übergroßer Hybriss und intrigantem Potential eine Gattung zu erschaffen, die ich „Berufspolitiker“ nennen möchte. Eine in meinen Augen lebensuntaugliche Gattung. Einzig und allein in dem Habitat Politik überlebensfähig, ohne eigene Meinung, Mehrheitstolerant, Fähnchen im Wind der Lobbyisten.

    Was ich mir wünsche sind Politiker mit Rückrat wie Wolfgang Bosbach. Unbequem, ehrlich und pragmatisch, mit einem Charisma ohne dabei überheblich zu werden, mit Lebenserfahrung und Sachverstand. Politiker die tatsächlich in der Lage sind, die ihnen auferlegten Aufgaben bestmöglich zu bewältigen.

    Und ich wünsche mir
    – ein deutliches Mehr an Bürgerbeteiligungen,
    – Gesetze ohne wenn und aber, von jedem Bürger ohne anwaltliche Hilfe zu verstehen, unter
    der Maßgabe der Wirtschaftlichkeit und absoluten Notwendigkeit
    – ein einfaches Steuerrecht ohne Ausnahmen oder Subventionen
    – und vieles mehr, oder vielmehr viel weniger Staat, viel weniger Kontrolle, viel weniger Bürokratie

    Eure Stammtischdiskussion finde ich interessant. Ich habe aber auch herausgelesen, das politische Arbeit zumindest nach Elkes Verständnis nicht das ist, was ich unter politischer Arbeit im besten Sinne verstehe. Unter politischer Arbeit verstehe ich nicht Parteiquerelen oder Personaldiskussionen aufgrund interner Versprechungen und Intrigen. Dies ist nicht Politik. Das ist ordinäre Postenschacherei und narzisstische Selbstdarstellung.

  2. Ich glaube dass sich alle Parteien erneuern müssen. Diese sind – da gebe ich Karsten Schürmann recht – verkrustet. Die FDP konnte sich erst in der Opposition erholen.

    Bin ebenfalls ein großer Fan von den Thesen des Herrn Bosbach und finde sein Engagament stark. Das, was so große Organisationen aber auch brauchen, sind tragfähige Strukturen, ich habe es selbst erlebt und war davon schon Ende der 90er Jahre NICHT angetan. Am 19. Oktober wird ein Freund von mir hier auf ohoo über das berichten, was aus seiner Sicht nötig ist um etwas erfolgreich zu gründen. Vielleicht sollten sich das auch und gerade Politiker mal ansehen und zu Herzen nehmen.

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