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Süßer Verzicht — 7 Kommentare

  1. Liebe Michaela,

    ich (Elke) habe gestern, gab es bei DM, meine 1. Haarseife gekauft. Und als ich von meinem Mittagstermin kam, fuhr ich (zufällig? :-)) bei Tante Olga vorbei und war dort ebenfalls erstmals einkaufen, wer diesen Unverpackt-Laden nicht kennt: http://www.tante-olga.de/ Bislang war ich bei den Veedelskrämern, auch ein toller Laden, aber in einem anderen Viertel. Nun habe ich 2 dieser „neuen“ Läden für mich entdeckt.

    Am Autoverzicht arbeite ich, fahre viel Fahrrad, aber noch steht die Karre oft tagelang vor’m Haus und langweilt sich :-)))) Aber ich habe schon Ideen … (da wird „die“ Antje wieder lachen…)

    • Oh das ist cool. Wenn es mein Bericht war, der Dich dazu angeregt hat, dann freue ich mich total 🙂

      Haarseife braucht übrigens eine gewisse Umstellungs-Phase. So vier Wochen sollte man durchhalten, bis die Haare wieder „normal“ werden. Das liegt daran, das in den handelsüblichen Shampoos viele Silikone sind, die die Haare „glatt und seidig“ machen sollen. Und bis diese Silikone sich restlos ausgewaschen haben wirken die Haare mit Seife manchmal ein bisschen strähnig.

      Eine „saure Rinse“ nach der Haarwäsche hilft übrigens, die Haare danach wieder gut kämmbar zu machen.

      Liebe Grüße
      Michaela

  2. Je mehr Menschen Carsharing (Autos, Roller, Fahrräder) in Anspruch nehmen desto größer wird das Angebot werden!
    Die meisten privaten Autos sind ja zu 95 Prozent „Stehzeuge“!

  3. Verzichten lernen- ist ja interessant, wie sich die Dinge quasi zurück entwickeln. In meiner Kindheit bekamen wir Süßigkeiten zum Geburtstag, Ostern, Nikolaus und Weihnachten, dazu mal ein Eis und beim Wandern Bonbons. Milch wurde beim Edeka mit der Milchkanne geholt, viele Lebensmittel füllte der Händler in Papiertüten ab, Dank eines großen Gartens waren wir in Sachen Obst und Gemüse, Marmelade und Säfte nahezu Selbstversorger, regional und saisonal nach heutigen Kriterien ökologisch korrekt.
    Das Wegwerfen / Verschwenden von Lebensmitteln war, vor den nicht allzu lange zurückliegenden Erfahrungen der Kriegs- und Nachkriegszeit- ein absolutes Unding. Das habe ich seither auch immer zu vermeiden versucht. Ein Auto kam erst spät in die Familie, kurze Wege wurden selbstverstänlich mit Rad oder Tram erledigt. Weniger ist mehr, das denke ich auch, doch warum kommt es als Verzicht, als Kasteiung daher? Formuliert das Leben doch positiv! Ich habe immer mehr das Gefühl, dass es die radfahrenden, in Bioläden einkaufenden, Zucker vermeidenden „Gutmenschen“gibt, die über den Rest der Menschheit den Stab brechen. Nehmt die Hersteller von Nahrung in die Pflicht! Sie entscheiden über die Zusammensetzung, Werbung via Influencer etc. Und Chiasamen, Avocados, Ahornsirup, Kokosblütenzucker und Sojaprodukte etc.sowie diese Bambusprodukte sind ökologisch ausgesprochen fragwürdig, wegen der Anbaubedingungen, Arbeitsbedingungen der Menschen in den jeweiligen Ländern und des weiten Transports. Regionaler Honig wäre besser für die CO 2 Bilanz….

    • Hallo Barbara,

      ich hab Deinen Kommentar jetzt ein paarmal gelesen, aber ich verstehe ihn nicht.

      Wenig zu haben und zu nutzen war in Deiner Kindheit normal und Du lebst das heute noch so, aber ich bin ein „radfahrender, in Bioläden einkaufender, auf Zucker verzichtender „Gutmensch““, weil ich in einer Zeit aufgewachsen bin, in der man sich über solche Dinge keine Gedanken gemacht hat und jetzt meinen Lebensstil überdenke und umschwenke?

      Magst Du mir das erklären?

      Herzliche Grüße
      Michaela

      • Liebe Michaela, es ist völlig ok und gut, den eigenen Lebensstil immer wieder zu überdenken und zu versuchen, konsequent nach den eigenen Überzeugungen zu leben. Dafür haben Du und alle, die das tun, meinen vollen Respekt!Mein erster Gedankengang mit dem Rückblick war einfach als Ausdruck der Verwunderung darüber gedacht, wie jahrelang gelebte Werte verschwinden und dann wieder auftauchen.Das bezog sich gar nicht auf deine Person. Was ich an deinen Entscheidungen nicht zu Ende gedacht finde, ist in der Tat die Verwendung von Produkten, die mit großen ökologischen Fußstapfen hierher gebracht und verwendet werden. Wenn Du auf das Auto verzichtest, so gut es geht – ja, prima, ich habe auch ein umfassendes Ticket für den ÖPNV – ist es dann nicht inkonsequent, auf Bambusprodukte, Kokosblütenzucker etc. zu setzen? Wie weit sind die mit allen möglichen Verkehrsmitteln gereist? Wer hat sie unter welchen Bedingungen produziert? Mein Appell geht dahin, wenn schon ökologisch, dann auch die gesamte Lieferkette berücksichtigen. Es ist nicht nur das Plastik, es sind sehr komplexe Zusammenhänge. Die Biogurke in meinem Supermarkt ist zum Beispiel eingeschweißt – angeblich um sie als Biogurke von den anderen Gurken unterscheiden zu können – und trägt die Herkunftsbezeichnung „Deutschland“, manchmal auch andere europäische Länder. Dann überlege ich, ob es nicht besser wäre, eine normale Gurke vom Bauern der Region auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Sie ist nicht weit gereist, nicht eingechweißt, saisonal gereift – aber nicht Bio. Naja, und ehrlich gesagt, ich will nicht wieder in die Zeit meiner Urgroßmutter zurück, bei der der ganze Tag mit dem Führen des Haushalts ausgefüllt war. Noch ein Wort zu den Verpackungen: ja, viele Verpackungen sind überflüssig und / oder überdimensioniert. Daran verdient die Verpackungsindustrie, in der viele Menschen arbeiten. Es ist zudem den langen Transportwegen geschuldet,auf denen Produkte verderben, beschädigt werden können oder aus hygienischen Gründen verpackt sein müssen.Das ist einzudämmen, keine Frage. Was ich aber voll eklig finde und oft beobachte, zumal bei Obst und Gemüse: die Kunden nehmen die Produkte in die Hand, drücken und befühlen sie, riechen daran und legen sie wieder zurück!Wenn lose Produkte, dann bitte mit Bedienung. Wenn ich meine Müsliflocken aus einem großen Gebinde kaufe, dann nur, wenn ich weiß, dass vorher niemand darüber gehustet, mit ungewaschenen Händen hineingefasst etc. hat. Ich wünsche Dir gutes Gelingen und hoffe, mit meinem Beitrag die Diskussion ein wenig „befeuert“ zu haben.

        • Hallo Barbara,

          das Bambus nicht die 100% perfekte Wahl ist, ist mir bewusst. Aber ich bestelle ein- maximal zweimal im Jahr eine Großpackung, die komplett ohne Plastik und überflüssige Umverpackung auskommt. Da ich noch kein Recycling-Papier in plastikfreier Verpackung gefunden habe ist das für mich die sinnvollste Lösung.

          Solange man Toilettenpapier in Kunststoff-Verpackung kauft weil Bambus weite Transportwege hat sind die Anbieter nicht zum umdenken gezwungen. Zudem ist sich der Anbieter dieser Tatsache bewusst und plant den Anbau künftig auch in Europa und achtet bei seinen Lieferanten sehr auf Nachhaltigkeit im Anbau.

          Von den Transportwegen abgesehen ist Bambus für mich eine durchaus sinnvolle Alternative zu Holz: Es wächst irre schnell (ca. 1 Meter am Tag), bindet sehr viel CO2, braucht wenig Wasser und ist unkaputtbar – nach der Ernte treibt die Pflanze direkt wieder neu aus, das kennt jeder, der schon mal versucht hat, einen Bambus im Garten in seine Schranken zu weisen. In Ägypten wird Bambus sogar angebaut, um die Wüste zurückzudrängen.

          Wenn es rein um die Transportwege geht müssten wir auch auf Kaffee, Baumwolle, Bananen, Zimt und Kakao verzichten. Für mich ist Bambus einfach das „kleinere Übel“.

          Und Kokosblütenzucker nutze ich nur sehr selten- ich brauche kein ganzes kg im Jahr. Im Augenblick teste ich als Alternative Birkenzucker.

          Meist süße ich mit Datteln, Bananen oder Apfelmus. Honig auch (vielleicht demnächst sogar von eigenen Bienen), aber nicht so oft weil die Insulinausschüttung von Honig genauso angeregt wird wie bei normalen Haushaltszucker.

          Ich glaube, bei 7,5 Mrd. Menschen auf diesem Planeten ist es nicht möglich, dass jeder von uns 100% klimaneutral lebt. Jeder hat Dinge, auf die er nicht verzichten kann oder will, die den ökologischen Fußabdruck negativ beeinflussen.

          Wenn jeder von uns aber nur ein bisschen nachdenkt und bewusste Entscheidungen trifft – ob pro Bambus aber gegen Plastikverpackung oder lieber Recyclingpapier und die Kunststoffverpackung akzeptiert – dann wird diese Welt trotzdem ein besserer Ort, davon bin ich überzeugt 🙂

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