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Muss eine katholische Kita Flüchtlingskinder aufnehmen? — 5 Kommentare

  1. Meiner Meinung ist Kindergarten ein Luxus den nicht mal jeder D Steuerzahler bekommt! Sind die Eltern nicht im Stande das Kind selbst zu betreuen durch Krankheit oder Arbeit dann kann ich verstehen das es notwendig ist. Ich lebe im Ausland und es gibt ihr endlose Wartelisten, länger als ein Jahr- obwohl 100%?beruftstätig. 4 Monate Mutterschutz ist auch bei Mindestlohn angesagt. Meiner Meinung gehts den Flüchtlingen in D besser. Das sind unangebrachte Ansprüche

    • Liebe Sandra Herrmann,

      ich kann mir vorstellen, dass es für dich beim ersten Blick wie ein Luxusproblem anmutet, wenn du in deiner Wahlheimat bei 100%-iger Berufstätigkeit die Sorge der Kinderbetreuung hast.

      Unabhängig davon, welcher Standard in anderen Ländern erreicht wurde, betrachte ich die Aussage dieses Beitrages so: Deutschland stellt sich nach Kräften der Aufnahme und Integration von flüchtenden Menschen. Insbesondere die soziale Integration von Kindern, die oft ohne Angehörige in unser Land finden, ist entscheidend! Und das ist eben der Job von Kindergärten und Kitas. Es ist einerseits in meinen Augen ein Akt der Menschlichkeit, unabhängig vom Glaubenshintergrund, und in diesen turbulenten Zeiten eine absolute Notwendigkeit, diesen Kindern einen möglichst stabilen und strukturierten Tagesablauf zu ermöglichen. Wie sonst können sie mit ihren Erlebnissen klar kommen? Ein Teil unserer Gesellschaft werden oder irgendwann stark und gewachsen zurück in ihre Heimat gehen können?
      Vor diesem Hintergrund sehe ich kein Luxus-Problem. Und finde es sehr wichtig, dass dieser Beitrag die Haltung einer christlichen Kita aufklärt in der Hoffnung, dass am Ende eine Grundsatzentscheidung gefällt wird: sie sollte m. E. sicherstellen, dass Willkür ausgeschlossen. Alles Gute für dich mit Grüßen aus der alten Heimat, Cornelia #soseheichdas

  2. Hi,

    ein toller Artikel, vielen Dank dafür. Leider ist das Thema Flüchtlinge etwas spezieller, gerade was den Kindergarten angeht. Und viele denken natürlich, das die Flüchtlinge ja „Zeit haben“ und ihre Kinder selber betreuen können. Bei uns haben wir in einem 18000-Mann-Dorf 26 Kindergartenplätze und knapp 10 Kitaplätze zu wenig, da verstehen nicht alle, wieso Flüchtlinge auch Kindergartenplätze bekommen.

    Was vielfach übersehen wird, ist das es sich hier nicht um Flüchtlinge handelt, es sind einfach Kinder und Kinder haben das Recht hier ein glückliches Leben zu führen. Und aus dem Flüchtlingsalltag auszubrechen hilft dabei sicher ungemein. Von den ganzen positiven Aspekte wie Integration, Sprachbildung, etc. mal ganz abgesehen.

    VG,

    Thomas

  3. Ich leite eine katholische Kita und habe vor einer Woche 3 Flüchtlingskinder aufgenommen, drei süße Mädchen. Ich bin selber vor 30 Jahren nach Deutschland gekommen, konnte damals kein Wort Deutsch und man hat mir damals, als meine Mädchen einen Kindergartenplatz brauchten, gesagt, hätte ich Arbeit, bekäme ich einen Kitaplatz. Arbeit konnte ich nicht bekommen, weil ich keinen Kitaplatz hatte. Ich wünsche niemandem, in solch einer Sackgasse zu stecken. Ich habe auch viele deutsche Familien, die für ihre Kinder einen Platz suchen und auch da beachte ich die besonderen Situationen der Familien. Davon gibt es auch unter den Deutschen mehr als genug. Chancengerechtigkeit für alle ist nicht nur mir sondern besonders dem Träger wichtig. Wir diskutieren jeden einzelnen Fall sehr ausführlich und versuchen die besonderen Situationen, in denen sich Menschen befinden, zu beachten. Die Auswahl fällt uns sehr schwer und es liegt uns allen am Herzen, die gerechte Auswahl zu treffen. Und das ist tatsächlich nicht einfach!

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