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Im Herbst des Lebens — 5 Kommentare

  1. Sorry – aber ich, sicherlich eine der Ältesten unter Euch, finde Jeanettes Gedanken unnötig dramatisch. So ‚ergeben‘! Es fehlt die Beschreibung des‘ flows‘ in die amüsante, ueberlegene, frivole Zeit einer erkämpften Unabhängigkeit …..

    • Jeder macht sich seine eigenen Gedanken zum Älterwerden. Im empfinde meine nicht als dramatisch – meine Gefühle sind eben so, wie sie sind. Ich kann keinen Gefallen daran finden, dass ich irgendwann vieles nicht mehr machen kann. Ich sehe es doch in meinem Umfeld, wie sich die Radien einschränken, was an Optionen wegbricht. Das ist aus meiner Sicht nicht dramatisch, sondern realistisch und immer auch – so, wie ich es geschrieben habe – mit der Option, dass sich diese Einstellung ändern kann.

  2. Danke, Jeanette. Deine Gedanken sind inspirierend. Was den Sinn unseres Lebens betrifft, wünschte ich mir etwas mehr Mut zu konkreten Entscheidungen. Wie und wo bringe ich mich ein? Jetzt und morgen. Ich freue mich über Deine Gedanken!

    • Ja, der fehlt vielen Menschen. Das hat Elke in ihrem Kommentar ja auch formuliert. Wichtig ist in meinen Augen, Kinder zu ermutigen, ihre Träume zu formulieren, ihnen zuzuhören und die Träume nicht als unrealistisch und absurd abzustempeln. Damit geben wir ihnen Rüstzeug für später. Ich habe festgestellt, dass es eigentlich wenig Träume gibt, die wirklich jenseits unserer Möglichkeiten liegen. Es gibt immer Wege, aber es braucht eben auch Kraft und Beherztheit, um sich auf den Weg zu machen. Wie heißt es so schön: Der Zufall begünstigt die Vorbereiteten. Als ich noch als Coach gearbeitet habe, hatte ich mal einen Klienten, der davon träumte, im Mittelmeer Segelreisen auf einem Katamaran anzubieten, den er selbst gebaut hatte. Irgendwie gab es aber 100 Gründe, warum und wieso er das nicht machen konnte. Aber wenn er von seinem Traum erzählte, dann leuchteten die Augen. Wir haben dann gemeinsam geplant, wie es gehen könnte und irgendwann, gut ein Jahr später bekam ich eine E-Mail aus der Türkei mit einem Bild: Er auf seinem Boot. Das war einer der schönsten Momente meiner Laufbahn als Coach. 🙂

  3. Nach Renates Kommentar habe ich Jeannettes Beitrag nun nochmals gelesen. Ja, er ist nicht euphorisch. Aber ich finde ihn angemessen, ich spüre es sehr ähnlich wie sie. Was mich vor allem überzeugt, ist: Wäre es so, dass die Älteren in ihre „amüsante, überlegene, frivole Zeit einer erkämpften Uanabhängigkeit“ gerieten – WIESO nutzen sie diese nicht um beispielsweise nur diese riesige Ungerechtigkeit auf Lesbos anzugehen? Wie können ältere = lebenserfahrene, fröhlich gescheiterte und immer wieder neu beginnende Menschen es zulassen, dass dort Kinder zittern, Frauen verzweifeln und Männer gegen unsere Vorurteile ankämpfen müssen, nur weil sie anders aussehen schlechtere Menschen zu sein? Wie können wir christlichen Glaubens sein, in die Kirche rennen oder sonstwo zu Gott beten – und dann nicht wenigstens Geld überweisen, hin zu NGO, die vor Ort Regenkleidung, Schuhe und Spielzeug kaufen? DAS wäre für mich der Reiz des Alters. Wenn wir die neue Perspektive nutzten um endlich einzuschreiten. Ich mache es auch zu wenig, aber ich bin länger dabei als manch andere/r. Gerade gestern noch war der Jahrestag von Heba und mir, einer jungen Frau aus Syrien, die nun seit 3 Jahren in einer Düsseldorfer Wohnung lebt, die wir gemeinsam fanden. Und deren beiden Kinder mittlerweile gut integriert in unsere Schulen gehen. Zum Glück. Hätte sie das alleine geschafft? Nein. Also, liebe ohfamoosen Leser: Bitte nutzt die Würde des Alters und setzt Euch ein – vor Eurer Haustür oder direkt dort, wo Menschen um ihr Leben kämpfen.

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