Wenn es wirklich matcht ...

Immobilienmakler zwischen Menschen, Häusern und Lebensphasen

Es gibt Verbindungen, die halten für’s Leben. Die zwischen Katrin Assmann und Elke Tonscheidt ist so eine. In den 80er Jahren lernten sie sich über einen gemeinsamen Freund kennen. Noch mehr schätzen dann, als sie begannen, auch zusammen zu arbeiten. Und Katrin war zudem dabei, als dieser Blog gegründet wurde – sie war eine der 4, die 2014 ohfamoos aus der Taufe hoben. Die studierte Kommunikationsdesignerin hat sich 2018 nochmal neu orientiert, vermittelt seitdem Immobilen; diese haben sie „schon immer fasziniert“. Elke hat Katrin kürzlich im Kölner Salon Schmitz getroffen. Dort entstand das folgende Interview.

Im Salon Schmitz, Lieblingscafé so einiger in Köln …

Nicht jede*r besitzt eine Immobilie – aber irgendwo wohnen müssen wir alle. Als Elke vor einigen Jahren von ihrer Freundin Katrin hörte, dass diese sich zur Immobilienmaklerin weiterentwickeln wolle, war sie überrascht. Nicht nur, weil das Renommee der Branche nicht immer das Beste ist, sondern auch, weil Katrin Assmann so gar nicht dem gängigen Maklerklischee entspricht.

Über Katrin haben wir bereits berichtet. Nun hat Elke die Kölnerin erneut getroffen – aus einem sehr persönlichen Anlass. Elke lebt in einem Veedel, das immer noch als besonders kinderreich gilt. Doch die Kinder werden größer, ziehen eines Tages aus. Was passiert eigentlich mit solchen Stadtteilen? Verwaisen sie irgendwann? Und wenn ja: muss das so sein?

Katrin Assmann hat dazu klare Gedanken – und konkrete Ideen. Eine davon teilt sie im Interview.

Katrin, weshalb kommt man auf die Idee, als Kommunikationsdesignerin Immobilien zu vermitteln?

Ich wurde von einer befreundeten Immobilienvermittlerin angesprochen, ob ich mir eine Zusammenarbeit vorstellen könnte. Meine erste Reaktion war, zu prüfen, ob ein Job wie dieser überhaupt zu mir passt.

Und zu welchem Ergebnis bist du gekommen?

Zu einem positiven. Der Beruf vereint viele Aspekte, die mich interessieren – etwa Marketing. Außerdem bin ich fast täglich mit sehr unterschiedlichen Menschen in Kontakt. Und Immobilien haben mich schon immer fasziniert. Wahrscheinlich, weil sie ein Grundbedürfnis verkörpern: Ob gemietet oder im Eigentum – wir alle brauchen unseren eigenen Raum. Manche suchen in Immobilien sogar so etwas wie Heimat

Jetzt bin ich als Journalistin ebenfalls ständig im Austausch mit Menschen. Was ist das Besondere daran in deinem Job?

Mich freut es besonders, wenn es wirklich „matcht“. Wenn Eigentümer eine Immobilie verkaufen möchten oder müssen – und Käufer genau dort ankommen, wo sie sich sehen. Und am Ende alle zufrieden sind. In diesem Prozess bin ich diejenige, die unterschiedliche Wünsche und Lebenssituationen zusammenbringt. Ein klassisches Beispiel: Ein älteres Ehepaar möchte sich verkleinern, weil Haus und Garten zu viel Arbeit geworden sind. Gleichzeitig sucht eine junge Familie genau so ein Haus – mit Garten, in dem Kinder spielen können.

Nicht immer passen Gärten für immer …

Wie gelingt ein solches „Match“?

Zum einen sind meine Exposés so gestaltet – das habe ich als Marketingexpertin gelernt –, dass sie viele Interessierte ansprechen. Entsprechend hoch ist die Klickrate. Zum anderen geht es neben fachlicher Professionalität vor allem um Feingefühl, man kann fast sagen Empathie, um zwischen den Interessen von Käufern und Verkäufern zu vermitteln. Das ist entscheidend, damit beide Seiten wirklich zueinanderfinden.

Hast du dafür ein Beispiel?

Ja. Wenn eine vermietete Immobilie verkauft werden soll, reagieren Mieter oft nervös oder angespannt – aus Sorge, dass ein Käufer Eigenbedarf anmeldet. In solchen Situationen ist es besonders wichtig, Vertrauen aufzubauen und behutsam mit diesen Sorgen umzugehen. Natürlich wird dann alles darangesetzt, einen Kapitalanleger zu finden, damit die Mieter in der Wohnung bleiben können.

Das heißt, du versuchst, Unstimmigkeiten möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen?

Genau. Ich gehe bewusst auf Wünsche und Sorgen ein – zum einen, weil es mir entspricht, zum anderen, weil ein transparenter und wertschätzender Prozess für alle Beteiligten zu besseren Ergebnissen führt. Und selbst wenn es bereits Unstimmigkeiten gibt, bevor ich eingeschaltet werde, zeigt sich immer wieder: Mit Verständnis, Einfühlungsvermögen und einem klaren Blick lassen sich auch knifflige Situationen auflösen. Nur so entstehen gute Abschlüsse.

Haben nicht viele Makler diesen Anspruch?

Vermutlich ja. Entscheidend ist allerdings, ihn konsequent umzusetzen – und sich jedes Mal aufs Neue daran zu messen. Deshalb ist mein eigener Anspruch sehr klar – und vor allem beständig.

Man hört immer wieder, dass gerade in Ballungsräumen wie Köln große Immobilien nicht ausreichend genutzt werden. Ist das in Zeiten großer Wohnungsnot nicht problematisch?

Doch, das stimmt. Ich habe hier bereits erfolgreich Lösungen vermittelt – etwa die Umwandlung eines großen Einfamilienhauses in ein Zweifamilienhaus. Zur Zufriedenheit aller Beteiligten. Gerade in Randlagen halte ich solche Modelle für sehr sinnvoll. Dort stehen viele große Immobilien, die nicht mehr vollständig genutzt werden, etwa wenn die Kinder ausgezogen sind. Neue Wohnkonzepte könnten diese Viertel wieder beleben, statt sie langsam ausdünnen zu lassen.

Danke für das Gespräch, liebe Katrin.

Hier findest Du mehr über Katrin Assmann und ihre Immobilien.

Und da Katrin Selfies von sich nicht schätzt, durfte ich auch bei unserem Gespräch keins machen.

Dafür präsentiere ich Euch ein Foto von Katrin und mir aus alten Düsseldorfer Tagen 🙂

Fotos: privat; Titelfoto von Brian Babb auf Unsplash

Elke Tonscheidt
Elke Tonscheidt, die selbsternannte Energiebündlerin, liebt und lebt in Köln. Neben ihrer Arbeit bei ohfamoos schreibt sie auch für andere Medien, besonders gern Porträts und Reportagen. Sie vernetzt sich gern, hat ein Start-Up mit gegründet und war einige Jahre in der politischen Kommunikation tätig.
Alle Beiträge von Elke sehen
Dieser Beitrag wurde erstmals am 8. Februar 2026 veröffentlicht
Schon gelesen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.