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7 Punkte, wie Ihr Stalker loswerden könnt! — 3 Kommentare

  1. Stalking – im Graubereich der Gesetze…

    Ein sehr guter Blogbeitrag über ein oft totgeschwiegenes, immer häufiger auftretendes und leider oft zu spät von den Betroffenen richtig adressiertes Phänomen, das je nach Ausprägung zwischen einer Belästigung, einer Bedrohung oder einem Verbrechen angesiedelt sein kann. Die Empfehlung, möglichst früh einen Anwalt oder die Polizei einzuschalten, ist daher sehr angebracht. Aber was, wenn der faktische Tatbestand oder die Beweislage deren Eingreifen noch nicht zulässt und für rechtliche Schritte noch nicht ausreicht? Betroffene sollten sich auf jeden Fall auch dann Hilfe suchen, sei es im Freundeskreis, sei es professionell in Form einer Detektei oder ähnlichem. Ich spreche nicht davon, „das Recht in die eigene Hand zu nehmen“, sehr wohl aber davon, dass mehr Zivilcourage und im Rahmen der Angemessenheit liegende Notwehraktionen zumindest zu überdenken wären. Das ist vielleicht nicht ganz gesellschaftlich „korrekt“, man begibt sich womöglich selbst in einen Graubereich, vielleicht riskiert man sogar eine weitere Eskalation … aber solche Optionen zumindest mit in die Überlegungen einzubeziehen und vielleicht mit einem Anwalt abzusichern, sollte legitim sein. Alle Erfahrungen und Studien belegen, dass Stalking in den seltensten Fällen „von alleine aufhört“. Dies also lange Zeit zu erdulden, in der Hoffnung es endet vielleicht bald, ist der falsche Weg. Es gilt, dem Stalker frühzeitig Grenzen aufzuzeigen und substanziell zu reagieren!

    • Lieber Dieter,

      ich gebe Dir absolut recht. Die Polizei weist den Betroffenen manchmal ab, weil man noch nichts tun kann. Das soll nicht entmutigen (auch wenn es das im ersten Moment tut), sondern unbedingt dokumentieren was das Zeug hält und tatsächlich nur über den Anwalt kommunizieren lassen. Freunde können sehr hilfreich sein, um zu ermutigen und beim Durchhalten zu helfen. Meist geht sowas über Jahre.

  2. Hallo, Silvia ,

    Danke auch für den Artikel.
    ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung seit Jahrzehnten – obwohl ich intuitiv wie oben angeführt gehandelt habe.
    Und in RLP lebe, wo nachweislich der beste Opferschutz vorhanden ist.
    Der Videomodus meines Handy ist auf die Schnellwahl gelegt, damit ich den Typ auf schnellem Knopfdruck filmen kann – denn bei Stalking gilt – im Gegensatz zu anderen Straftaten – Videomaterial als rechtskräftiges Beweismittel.

    Eine Novellierung ist in Sicht:

    „Gericht/Institution: Bundesrechtsanwaltskammer
    Erscheinungsdatum: 19.02.2016
    Quelle: juris, das Rechtsportal

    Stärkung des Opferschutzes: Gesetzentwurf zur Verbesserung des Schutzes gegen Nachstellungen

    Das Bundesjustizministerium hat den Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung des Schutzes gegen Nachstellungen erarbeitet und den Verbänden zur Stellungnahme zugeleitet.

    In der geplanten Neuregelung ist vorgesehen, den Tatbestand des § 238 Abs. 1 StGB von einem Erfolgs- in ein Eignungsdelikt umzuwandeln. Für die Verwirklichung des Tatbestandes soll es ausreichend sein, dass die Handlung des Täters objektiv dazu geeignet ist, beim Betroffenen eine gravierende Beeinträchtigung der Lebensgestaltung herbeizuführen. Ein tatsächlicher Erfolgseintritt ist zur Ahndung nicht mehr notwendig. Außerdem ist vorgesehen, § 238 Abs. 1 StGB aus dem Katalog der Privatklagedelikte zu streichen. Damit sollen die Belastungen für Verletzte einer Nachstellung reduziert werden.“

    Wiegesagt: Diese Neuerung ist v o r g e s e h e n , in guter Ausblick also….

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