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Hau‘ raus, was du geschafft hast! — 7 Kommentare

  1. Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, liebe Cornelia! Wenn man wie ich 51 ist, hat man so viel geschafft und kommt immer wieder an Grenzen, dass die Auswahl schwer fällt. Das wohl Einschneidenste, was ich erlebt habe, war die Geburt im zarten Alter von 43. Dass das ohne jede Komplikation möglich war, erstaunt mich bis heute und erfüllt uns mit großer großer Freude. Das, was ich momentan begreife, ist etwas, was mich lange beschäftigt, nämlich für seine Arbeit wenig bis kein Geld zu bekommen. Zumal ich ja früher gut verdient habe. Heute diene ich anderen, um das Wortspiel aufzugreifen, und lerne, dass es sich auch im klassischen Sinne unbezahlt gut anfühlen darf. Weil andere UND ich davon profitieren. Und ich kann andere nur ermutigen: Man muss nicht immer mehr schaffen – wer etwas gefunden hat, das sich richtig anfühlt, darf es anderweitig genießen, hält Neider aus (oder inspiriert jene sogar den Neid zu lassen) und wird die Mitte finden. Auch wenn es manchmal Umwege zu gehen gibt.

    • Da sprichst du eine diskussionswürdige Sache an: Arbeit ohne monetäre Vergütung. Insbesondere die (modernen) Feministinnen würden die Wände hoch gehen, wenn sie dies aus der Feder einer Frau lesen. Dabei geht es doch genau um das, was du hier schreibst: Etwas zu finden, das sich richtig anfühlt. Sehenden Auges (oder mit klarem Verstand). Denn schließlich kann weit gereiste, lebenskluge und berufserfahrene Frau sehr wohl entscheiden, ob ihre Arbeit nur dann Wert hat, wenn sie sich in Euronen ausdrückt. Ach, ganze Berufsstände (in denen für mageres Gehalt geschuftet wird), das Ehrenamt und Nonnen, Priester etc. würden dann etwa wertlos schaffen? Die Sache mit der Altersarmut kann man in einer Partnerschaft ja regeln.
      Dass du heute noch stolz auf die Geburt deines Sohnes bist, das kann ich sehr gut verstehen! Meine Töchter sind ja schon 16 und 12; ich war eine Risikogebärende und habe beide lautstark und grinsend ins Leben geschossen. Ich bin immer mal wieder beeindruckt, dankbar täglich.

  2. Mein personal win ist tatsächlich vielfältig: Ich meistere die tägliche Balance zwischen Familie, Beruf, Ich und Freunden ziemlich gut.
    Dass meine 16 jährige gerade sehr selbstverantwortlich ihre Prüfungen ablegt und den Zugang zur Oberstufe quasi in der Tasche hat, bestaune ich auch mit Schulterklopfen auf… meine!
    Wir haben eine Hündin aus Zypern aufgenommen, die panisch und unsicher war. Nach 2 Monaten ist sie bereits Teil der Lütges, „kann Deutsch“ und wird täglich gelassener und sicherer.
    Auch wenn der Alltag zerrt und zupft: Ich sorge meistens gut für mich!
    Ich baue Brücken zwischen Generationen und trage zum kulturellen Wandel in Unternehmen bei.
    Und ich bin echt stolz auf meine wachsenden Reitkünste sowie über jeden Kilometer, den ich jogge.
    Dem Optimierungswahn widerstehe ich, denn ich gebe täglich mein Bestes. Wer will den beurteilen, ob es reicht? Außer ich selbst?

  3. Cornelia, jetzt weiß ich wieder warum ich keine „moderne Feministin“ bin :-), aber im Ernst: Natürlich nehme ich auch richtig gut bezahlte Arbeit an. Der Punkt ist aber: Ich arbeite z.B. nicht mehr für jeden. Das suche ich bewusst aus und das kann ich mir heute eben leisten. Es geht nicht darum für seine Arbeit zu wenig Geld zu verlangen, da bin ich ganz bei allen Frauen, gern auch Feministinnen. Und da bin ich sehr dafür das auch in der Partnerschaft zu regeln. PR zum Beispiel mache ich nur noch für Menschen oder Produkte, hinter denen ich stehe. Das bedeutet ich verzichte bewusst auf zusätzliches Geld, wenn etwas nicht stimmt. So besser verständlich? – Und was mich übrigens extrem zufrieden macht, ist das: Wenn ich auf meinen Freundeskreis schaue. Was da für tolle Persönlichkeiten dabei sind! Wie unterschiedlich sie sind, wie klasse ich mich mit den verschiedensten „Typen“ Mensch verstehe und wie innig diverse Freundschaften sind, manche sogar weiter wachsen. Das ist etwas, was mich sehr berührt. Einige dieser Leute sind ja auch eifrige ohfamoos-Leser, also Ihr Lieben: Es ist wunderbar, dass es Euch gibt!!!

    • Freundschaft berührt auch mich zutiefst. Es ist Lebenselixier. Ich kann das gut nachvollziehen.

      Übrigens teilen wir auch dies: Für Arbeit kein oder wenig Geld zu nehmen, darf eine persönliche Sache bleiben. Mehr oder weniger bzw. nur passende Aufträge anzunehmen ist standhaft.Es sollte das Motiv bewusst sein und „stimmen“. Genau so habe ich dich verstanden.

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