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Entmurmeln? Ja, holt sie raus! — 1 Kommentar

  1. Noch ein Wort zur „wohlmeinenden Diktatur“: Ja, da bin ich in der Tat erschrocken, als Mascha von der „wohlmeinenden Diktatur“ bzw. dem „wohlmeinenden Diktator“ gesprochen hat. Sicher, auch ich verzweifele zuweilen daran, dass wir bei manchen Themen nicht vorankommen. Mal schläft die Politik den Schlaf des Gerechten, mal sind es die Bedenkenträger, die gegen alles und jeden Einwände haben, und mal kommen auch noch die NIMBYs (Not in my backyard) daher, die sich immer dann quer stellen, wenn nicht andere, sondern sie selber betroffen sind. Der Wunsch nach der Faust auf dem Tisch ist da zwar verständlich, hilft aber letztlich auch nicht viel weiter. Denn was nutzt es, wenn wir ein Defizit gegen ein anderes tauschen. So mühsam und anstrengend sie auch sein mag, die Demokratie ist nach wie vor die beste Staatsform, die wir haben, und der Garant dafür, dass der Rechtsstaat weiter das Fundament unseres Zusammenlebens bildet. Und dass sie nicht selbstverständlich ist, die Demokratie, erleben wir jeden Tag, wenn wir um 19.00 oder um 20.00 Uhr die Nachrichten einschalten. Da kann man sich dann anschauen, was staatliche Willkür bedeutet. Diktatur bzw. Diktator, wie wohlmeinend auch immer, bleiben Diktatur bzw. Diktator. Dabei ist das nicht einmal der Grund, warum ich so erschrocken bin. Das, was mich so irritiert hat, ist vielmehr, dass unsere Demokratie bei der jüngeren Generation offensichtlich kein Wert mehr an sich, sondern so selbstverständlich ist, dass deren Bewahrung nicht mehr oberste Priorität hat. Aber, wie so oft im Leben: Man weiss erst, was man hatte, wenn man es verloren hat. Wie groß der Verlust aber tatsächlich ist, stellt sich leider immer erst hinterher heraus. Dann allerdings ist es – meistens zumindest – zu spät.

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