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Lieber Friedrich Merz, wo ist IHR Mut? — 5 Kommentare

  1. Auf einem Parteitag – nicht nur bei der CDU, bei den anderen genauso – fragen Deligierte und Journalisten immer nur: „Mit wem KÖNNEN wir die Wahlen gewinnen?“ Dabei wäre die richtige Frage: „Mit wem WOLLEN wir die Wahlen gewinnen?“ Merz wäre so einer, von dem man wollen kann, dass er gewinnt. Aber natürlich hast Du recht: Dafür muss er auch selber wollen. Wirklich und zuverlässig wollen…

    • Ihr habt beide recht. Man könnte das „Mit wem WOLLEN…“ noch etwas präzisieren, indem man die ersten beiden Wörter ändert: „WOMIT wollen …?“ Denn aus meiner unmaßgeblichen Sicht zeichnet die politische Mitte im Moment ein höchst verschwommener und wenig attraktiver Zielkanon aus. Sich immer nur an den anderen abarbeiten und profilieren kann nicht reichen – das mit der SPD und der Loyalität war abgesehen von der ungewollten Ironie ein tiefer Griff ins Klo z.B. -, zumal die Rechten das gerade als Bestätigung ihres Opferprogramms empfinden. Söder und Seehofer haben das immerhin gelernt und verstanden und beginnen daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Habeck kann es schon. Liebe „Volksparteien“, füllt „christlich“ wieder mit Inhalten, indem ihr keine Kreuze an die Wand nagelt, sondern die Menschenrechte (= die zeitlosen säkularen Teile der Zehn Gebote) hochhaltet und den Kontrollverlust auf den Straßen, im Netz und in der Gesellschaft beseitigt, ohne den Kontrollstaat auszurufen. Feiert moderne Errungenschaften. Mich erreichen wöchentlich Presssemitteilungen, dass diese oder jene Umgehungsstraße im Beisein eines StS freigegeben wurde. Warum macht ihr das nicht mit Funkloch-Beseitigungen? Ihr bestimmt, was in Kitas, Schulen und Universitäten passiert. Setzt dort die Ideale um, anstatt euch in Geschäftsordnungs- und Personaldebatten zu verlieren. Und schimpft nicht auf die Medien. Sie reflektieren nur die Personaldebatten, die ihr aufs Tapet bringt. Und tut das nicht nur in Freiburg, Münster und Prenzelberg, sondern auch auf den Dörfern, seid stolze Mitglieder des demokratischen, offenen, toleranten, mitfühlenden Mainstreams. Und noch eins: Geht in euren Zielen über das jetzt Machbare hinaus. Immer wieder ein bisschen. Zum Umsetzen des jetzt Machbaren haben wir Bürokraten, Juristen, VWLer und BWLer genug.

  2. Leute Leute, diese Sache mit dem Wahl gewinnen….. Ich frage mich ganz ernsthaft, warum an Spitze unseres Landes nur noch Menschen zu finden sind, die sich ideenlos, mutlos und rückgratlos an ihre Ämter kleben und den Auftrag, den sie von uns, ihren Wählern erhalten haben nicht erfüllen. Ein Schulkind, das eine solche Leistung abliefert geht mit einem mangelhaft oder ungenügend heim, in jeder beliebigen Arbeit wird man für nicht erbrachte Leistung gefeuert. Tausendmal ja, uns, den Bürgern fehlt die Alternative zu den jetzigen Damen und Herren regierenden. Es sollte allerdings nicht darum gehen, Wahlen zu gewinnen, sondern Probleme zu lösen. Auch gerne mit unpopulären Maßnahmen. Sein Fähnchen nach dem Wind zu hängen um Mehrheiten zu erreichen ist in heutigen Tagen einfach nicht mehr zielführend.

  3. Für mich steht eine Frage im Mittelpunkt: Will Friedrich Merz wirklich Verantwortung übernehmen?

    Ich bin überzeugt, dass er das nicht will. Er ist für mich eher der Typ, der Ego getrieben für Aufmerksamkeit sorgt und mit einfachen Lösungen (Bierdeckel) den Menschen suggerieren will, dass die Lösungen zentraler Probleme Macher wie ihn braucht. Auch im Umgang mit der AfD hat er angekündigt, dass er deren Einfluss drastisch senken wird, wenn er Parteivorsitzender wird. Aussagen wie diese kommen immer noch bei vielen Menschen an, erfüllen sie doch die Sehnsucht nach dem starken Mann, der die großen Probleme mit einfachen Lösungen aus der Welt schafft.

    Unabhängig von Friedrich Merz glaube ich, geht es darum, die Menschen zu unterstützen, die in der Politik, in der Gesellschaft, der Wirtschaft oder sonst wo Verantwortung übernehmen wollen und dabei eigene beziehungsweise persönliche Interessen in den Hintergrund stellen. Haben wir solche Menschen noch? Ist Annegret Kramp Karrenbauer nicht eher so jemand?

    Die Frage, wem wir in Zukunft unser Vertrauen schenken, wird immer schwieriger zu beantworten, glaube ich. Dennoch bleibt uns nichts anderes übrig, es immer wieder zu versuchen und zu hoffen, nicht enttäuscht zu werden.

  4. Guter Beitrag!Ich stimme Herrn König zu und hatte bei der Reaktion von Herrn Merz auf die Rede von AKK den Eindruck, dass er zwei Reden als Erwiderung zur Auswahl in der Tasche hatte… Kürzlich sagte ein ehemaliger CDU Ministerpräsident sinnbildich über den Sauerländer, dass er jahrelang erfolgreicher Wirtschaftsmanager gewesen sei und die Politikkarriere und die CDU in den 90ern verlassen habe. Stimmt. Wir wissen auch alle, warum.
    Die Frage, warum er nun nicht politisch wieder loslegt, hat etwas mit seiner Person zu tun. Es geht um seine Aufarbeitung bekannter alter Themen, die der „starke Mann“ schlecht verkraftet hat.
    Leider ist auch z.B. der Ruf nach dem „starken Mann“ ein Irrweg, wie unsere Geschichte erbarmungslos gezeigt hat. Ein Irrweg, der seine Ursache in nicht vorhandener Führung hat.

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